Wie die Hautfarbe uns nützt und schützt

Die Evolutionsbiologie zeigt, was Sonne mit hell- und dunkelhäutigen Menschen zu tun hat.

Wechselwirkungen zwischen Sonnenstrahlen und den Lebewesen auf der Erde gibt es, solange es Leben auf unserem Planeten gibt. Welche Hautfarbeentwicklung die Menschheit seither nahm, liegt am Grad der Sonneneinstrahlung und wie wir das, was unsere Haut gewohnt ist, im Verlauf der Evolution weitervererben.

Ein Grundprinzip der Evolution ist die Wechselwirkung zwischen Mutation und Selektion. Das, was fürs Überleben wichtig ist wird vererbt, Dinge die zum Nachteil gereichen, verlieren an Kraft. Deutlich wird dies heutzutage am Beispiel von Pflanzen, die vom Mittelmeerraum nach Nordeuropa vordringen, weil der Klimawandel es ihnen ermöglicht, Ein Prinzip, dem einst auch der Mensch folgte. Vor 4,4 Mio. Jahre stand seine Wiege nach heutigen Erkenntnissen in Afrika. Dass unsere Urahnen eine dunkle Haut hatten, lag an der dort sehr starken Sonneneinstrahlung. Durch seine fortschreitende intellektuelle und motorische Entwicklung kompensierten die Menschen damit die Rückentwicklung ihres Fells, das einst als Schutzhülle vor der Sonne gewirkt hatte.

Je nördlicher, desto heller die Haut

Es ist seiner immer weiter fortschreitenden Hirnentwicklung zu verdanken, dass der „Homo sapiens“ vor 160.000 Jahren schließlich damit begann, Afrika zu verlassen und sich im heutigen Europa anzusiedeln. War seine Hautfarbe zu diesem Zeitpunkt noch dunkel, veränderte sie sich von nun an. Der Einstrahlungswinkel, und damit die Intensität der Sonne, nehmen in Richtung Norden ab. Was dazu führt, dass durch den längeren Weg des Sonnenlichts immer mehr UV-Licht durch die Atmosphäre herausgefiltert wird. Bis heute zeigt sich das darin, dass in sonnigen Ländern mehr Menschen mit dunklerer Hautfarbe leben, während Menschen mit weniger Sonneneinstrahlung im Norden meist eine hellere Haut haben, die dann allerdings saisonalen Farbschwankungen unterliegt. Um dennoch weiter das lebenswichtige Vitamin D herzustellen, setzten sich vor Jahrtausenden jene Urmenschen durch, die mit der Zeit eine geringer pigmentierte, also hellere Haut hatten.

Erneute Wanderung in andere Klimazonen

Die Ursache der Hautfarbeentwicklung liegt somit in der Sonneneinstrahlung. Viel Sonne lässt den Körper mehr Vitamin D herstellen, verlangt von ihm aber gleichzeitig, sich zu schützen. Und das gelingt mit der Färbung der Haut, die damit ein optimales Gleichgewicht zwischen Nutzen und Schutzbedarf herstellt. Schaut man jedoch in allen diesen Zusammenhängen auf die Globalisierung zeigt sich, dass die Menschen wieder einmal aufgehört haben dort zu leben, wo sie ihrer Haut entsprechend „hingehören“. Dadurch erhalten Menschen mit dunklerer Haut in Europa zu wenig Sonne, was zu einem Vitamin D Mangel führt. Menschen mit heller Haut bekommen hingegen in südlichen Gefilden oft zu viel Sonne, was zu überproportionalen Hautproblemen führen kann. Und dazu, dass sich die Debatte über vermeintlich „gefährliche“ Sonnenstrahlen so hartnäckig hält.

Rüdiger Lehmann / Fotos: Fotolia

Quelle: https://bundesfachverband-besonnung.de/


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